
Unter diesem Sammelbegriff PFAS werden perfluorierte Alkylsubstanzen zusammengefasst. Es sind organische Verbindungen die ähnlich zu Fettsäuren oder Wachsen sind. Dabei sind einige Wasserstoffatome gegen Fluor ausgetauscht. In polymerisierter Form werden Kunststoffe wie das Teflon (PTFE) hergestellt. Diese fluorierten Substanzen gelten als sehr hydrophob und werden deshalb für Anwendungen eingesetzt, wo Wasser störend ist. Das kann z.B. Schutzkleidung oder auch Kochgeschirr sein. Auch die gute mechanische und Hitzebeständigkeit ist in vielen Anwendungen nützlich. Es ist eine Problematik, die erst seit kurzem intensiv diskutiert wird.
Warum sind PFAS problematisch?
Durch die schlechte Wasserlöslichkeit sind PFAS für Mikroorganismen schwer abbaubar. Die Verweilzeit in der Umwelt ist lange (Persistenz), was bei regelmäßigen Umweltmonitorings auffällt. Die Ausmaße der umfangreichen Industrieproduktion werden immer mehr sichtbar. Bei der Verwendung fluorhaltiger Materialien wie Teflon gelangen Mikropartikel in das Abwasser und die Kläranlagen sind auf die Filtration nicht eingestellt. Werden diese Stoffe nicht am Entstehungsort aufgehalten ist durch die hohe Persistenz eine globale Ausbreitung nicht zu verhindern.
Viele Verbindungen dieses Typs sind giftig und chronisch schädigend. Umso mehr die Verbindungen abgebaut werden, desto reaktiver und toxischer werden sie. Die Giftigkeit für Mikroorganismen schränkt den Abbau ein, sodass der Mensch damit zwangsläufig in Kontakt kommt. Kontaminierters Wasser, welches in der Landwirtschaft ausgetragen wird stellt den Kontakt zu Lebensmitteln her. Bei einer Aufnahme in den Körper erfolgt die Verteilung im Blut und den Organanen, was letztendlich auch Säuglinge über die Muttermilch belasten kann. Als wahrscheinliche Folge wird eine verringerte Immunantwort bei Impfungen und eine höhere Infektionsneigung genannt. Es gibt Hinweise auf einen erhöhten Cholesterin und ein geringeres Geburtsgewicht. Für die Anzeichen von neurologischen Schäden, der Beeinflussung der Schilddrüse und einer krebserregenden Wirkung gibt es aktuell wenig Evidenz. [1]
Perfluoroctansäure (PFOA, PFOS) ist sowohl ein gutes Beispiel für ein typisches Fluortensid als auch ein mögliches Abbauprodukt. Es eignet sich für Studien deshalb sehr gut. Es ist als gesundheitsschädlich, besonders besorgniserregend und als PBT (persistent, bioakkumulativ, toxisch) stoff eingeordnet. Ein nichtoxischer Zustand dieser Stoffe ist in der Umwelt schwer wieder herzustellen. Eine Möglichkeit besteht wohl in der Filtration durch Aktivkohle.
Quellen
[1] www.umweltbundesamt.de/besorgniserregende-eigenschaften-von-pfas