Qualitätsmanagement

In der modernen Industrie ist die ISO 9001 das Fundament: Sie definiert was ein Unternehmen tun muss, um die Qualitätsstandards zu garantieren und die Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Doch während die Norm den organisatorischen Rahmen vorgibt und die Compliance sichert, liefert Six Sigma konkrete Schritte zur Umsetzung. Die Verbindung beider Welten schafft eine unschlagbare Synergie: Six Sigma ist der operative Motor für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP), den die ISO 9001:2015 ausdrücklich fordert. Wo die Norm ein prozessorientiertes Qualitätsmanagement verlangt, bringt Six Sigma die nötigen Details, um Verschwendung zu eliminieren und Fehlerquoten statistisch nachweisbar zu senken. Zertifizierte Unternehmen nutzen Six Sigma somit nicht nur als Werkzeugkasten, sondern als strategischen Hebel, um die Anforderungen der ISO 9001 von einer reinen Dokumentationspflicht in echte, messbare Wettbewerbsvorteile zu verwandeln.

DMAIC

Wer Prozesse nicht nur verwalten, sondern nachhaltig optimieren will, kommt an der DMAIC Methode nicht vorbei. Als Kernelement des Six Sigma Qualitätsmanagements bieten diese fünf Schritte einen datenbasierten Fahrplan, um strukturelle Fehler zu minimieren und Prozessvarianz messbar zu reduzieren. DMAIC steht dabei für Define, Measure, Analyze, Improve und Control – ein systematischer Ansatz der das Bauchgefühl durch Fakten ersetzt und besonders in präzisionsorientierten Brachen den Wettbewerbsvorteil sichert.

  1. Define
    1.  Problembeschreibung
    2. Kundenanforderung
    3. messbares Projektergebnis bestimmen
  2. Measure
    1. Daten sammeln
    2. Statistiken erstellen
  3. Analyze
    1. Ursachenforschung
    2. Einflussfaktoren bestimmen und bewerten
    3. Einflussfaktoren und deren Beziehung zueinander
  4. Improve
    1. Lösung erarbeiten für die wichtigsten Einflussfaktoren
    2. Pilotprojekte/prozesse
    3. Lösungen umsetzen und bewerten
  5. Control
    1. Verbesserung sicherstellen
    2. Kontrollplan
    3. Dokumentation und Überwachung der Prozesse

SPC

Um die Qualität zu steuern statt nur zu prüfen, setzt die statistische Prozesskontrolle (SPC) viel früher an. Sie ist ein Frühwarnsystem in Ihrem Qualitätsmanagement. Mittels mathematischer Verfahren wird die Stabilität eines Prozesses in Echtzeit überwacht, um Abweichungen zu erkennen, bevor Fehler entstehen.

  • Prozessfähigkeit (Cp und Cpk)
  • Qualitätsregelkarten (Control Chart)
  • Zufällige vs. systematische Streuung
  • Eingriffsgrenzen (Control Limits)
  • Normalverteilung (Gauß-Glocke)

Hinter jedem erfolgreichen Produkt steht ein Verständnis für die Bedürfnisse des Kunden. Allerdings sind diese Kundenwünsche oft vage wie z.B. „das Bauteil muss robust sein“ oder „der Service muss schnell reagieren“. Für eine Prozesssteuerung reichen diese Aussagen nicht aus. Das Konzept Critical to Quality (CTQ) setzt hier an, um die Kundenstimmen (VOC) in messbare, objektive und steuerbare Qualitätsmerkmale zu übersetzen. Das Ziel ist eine messbare Spezifikation eines Produkts oder einer Dienstleistung, deren Erfüllung für die Zufridenheit des Kunden essentiell ist.