Von der Energiewende 2026 zur Strompreiswende in Deutschland

In der Politik wird viel über die Transformation von fossilen Energien hin zu erneuerbaren Energien (Energiewende) diskutiert. Mit zunehmender Belastung für die Verbraucher und die Industrie wird die „Koste- es-was-es-wolle“ Strategie zunehmend hinterfragt. Die vom Export abhängige Deutsche Industrie steht unter zunehmenden wirtschaftlichen Druck, der durch erhöhte Energiekosten verursacht wird und sich vermehrt durch einen Arbeitsplatzabbau bemerkbar macht. Dies wiederum verursacht einen Druck auf die privaten Haushalte. Deshalb rückt der Fokus von der Energiewende weg hin zu einer Strompreiswende.

Ein wesentlicher Kostentreiber für die Energiepreise sind staatliche Abgaben in Deutschland, was etwas durch einen Zuschuss zu den Netzentgelten für 2026 gemildert wird. Ob die Entlastung fortgeführt wird ist fraglich. Ein Rettungsanker für die Industrie wurde mit der Einführung eines Industrietrompreis von 2026 bis 2028 geworfen. Eine Fortführung ist aktuell unrealistisch, da die Maßnahme zeitlich befristet von der EU genehmigt wurde.

Die kurzfristigen Maßnahmen werden nur einen kleinen Einfluss auf die Entwicklung der Energiewende haben. Entscheidender hier langfristige Maßnahmen, die dauerhaft und umfangreich wirken. Ein Rückkehr zu günstigem, grundlastfähigen Atomstrom ist aufgrund der immensen Hürden nahezu ausgeschlossen. Insbesondere Neubauprojekte sind wirtschaftlich fragwürdig und zeitintensiv. Der Kohlestrom soll vermehrt durch gut zyklisierbare Gaskraftwerke ersetzt werden. Damit können Dunkelflauten überstanden werden, aber zu einer nachhaltigen Senkung des Strompreises wird das nicht führen. Einzig und allein wirtschaftliche Maßnahmen, die zu einer Verlagerung von einem Stromüberschussphasen zu Strommangelphasen führen, erscheinen sinnvoll. Erreicht werden kann das durch folgende Initiativen.

  • Ausbau von Batteriespeichern
  • Zyklisierung von Biomasse-Gaskraftwerken
  • Bessere Verteilung im überregionalen Netz durch Stromnetzausbau
  • Anreize um Strom bei Überschuss abzunehmen durch Vehicle2Grid und Smart Meter

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